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Eröffnung (Schach)

Dieser Text beschreibt Eröffnung (Schach).


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Eröffnung (Schach) Artikel

Jede Partie Schach beginnt mit der Eröffnung. Je nach dem, welche Bauern zuerst gezogen werden, spricht man von einer offenen, halboffenen oder geschlossenen Partie.== Eröffnungstheorie ==

In der Eröffnung geht es vor allem deshalb, seine Figuren zu entwickeln, also in vorteilhafte Stellungen zu bringen. Meist ist mit der Eröffnung auch ein Angriff auf die Mitte des Spielfeldes verbunden. Man sollte in der Eröffnung darauf achten, seinem König die Rochade, beispielsweise durch falsche Bauernzüge, nicht zu verbauen, da das dem Gegner schnell zu einem Angriff auf den König verhelfen kann.

Die großen Schachlehrer Ruy Lopez, Gioacchino Greco, Philidor, aber auch großartige Schachspieler wie Paul Morphy, vor allem aber auch die Schachweltmeister, angefangen mit Wilhelm Steinitz bis hin zu Garri Kasparow heutzutage, haben die Grundzüge der Eröffnungslehre immer weiter vorangetrieben, so dass heute quasi folgende Grundsätze in der Schacheröffnung gelten:

  • Ziehe anfangs einen Zentralbauern, um die Läufer entwickeln zu können.
  • Entwickle dann die Leichtfiguren (Läufer,Springer)
  • Vermeide die Dame zu früh in das Spiel zu bringen, auf das Schäfermatt fallen ca. Anfänger rein.
  • Jede Figur sollte in der Eröffnung möglichst ca. einmal gezogen werden.
  • Jeder Zug sollte der Beherrschung des Zentrums, der Sicherung der eigenen Figuren, oder dem Angriff auf den gegnerischen König gewidmet sein.
  • Ein Schutz des Königs, durch eine Rochade, sollte so früh wie möglich in der Eröffnungsphase geschehen.

Es gibt genügend Eröffnungen, die sich nicht an diese Regeln halten, bei den meistgespielten Eröffnungen jedoch wird man diese Regelmotive deutlich erkennen können.

Inhaltsverzeichnis
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Die Geschichte der Schacheröffnung

Die Geschichte der Schacheröffnungen beginnt mit dem Großvater des Schachspiels, dem indischen Spiel Tschaturanga. In Tschaturanga zogen einige der heutigen Figuren noch nicht so, wie wir es heute gewohnt sind. Die Bewegungsmöglichkeiten waren sehr viel kleiner, so dass in der Regel bis zu 20 Züge notwendig waren, bevor eine Feindberührung überhaupt möglich wurde.

Tschaturanga entwickelte sich in Persien weiter zu Shatranj. Bei Shatranj kam die Neuerung hinzu, dass Meisterspieler so genannte Tabijen entwickelten, das heißt es wurden Figurenaufstellungen kreiert, die ein Aufeinandertreffen der Parteien bereits mit dem ersten Zug möglich machten, jedoch waren die Tabijen so ausgeklügelt, dass keine Partei von Anfang an einen Vorteil besaß. In diesen Tabijen ist die Grundidee zu der heutigen Eröffnungslehre zu suchen.

Schach, in der Form wie es heute gespielt wird, gibt es in dieser Form erst seit 300 Jahren. Die Bewegung einiger Figuren ist neu, die Dame zieht weiter, die Läufer ebenso - und zuletzt kamen sogar noch solche Spezialzüge wie die Rochaden, das Schlagen en passant und der Doppelschritt des Bauern hinzu. Tabijen haben in unserer heutigen Zeit ihren Sinn verloren, denn die Figurenaufstellung wird durch jeden Spieler selber bestimmt, wobei sich die gegnerischen Parteien gegenseitig beeinflussen, was den Hauptgrund für die heute notwendige Eröffnungslehre bildet.

Früher meinte man, dass man in der Eröffnung unbedingt danach streben sollte, das Zentrum - das sind die Felder d4,d5,e4,e5 - mit Bauern zu besetzen, um so die Herrschaft über das Zentrum zu erkämpfen. Folgerichtig begannen die meisten Schachpartien mit den Zügen e4,e5 beziehungsweise d4,d5 (siehe auch: Damengambit). Mit dieser Auffassung verbindet man insbesondere den Namen des Schachmeisters Tarrasch.

Später gelangte man zu der Auffassung, dass es ja eigentlich deshalb geht, das Zentrum zu kontrollieren - ohne es zwingend mit Bauern zu besetzen. Dabei erlangten unter anderem die indischen Eröffnungen an Bedeutung. Beispielsweise versucht Schwarz in der Königsindischen Eröffnung mit Sf6,g6,Lg7,d6 Einfluss auf das Zentrum zu gewinnen. Diese so genannten hypermodernen Ideen stammten unter anderem von den Schachmeistern Reti, Nimzowitsch und Breyer.

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Literatur

Die erste ernstzunehmende Darstellung der Schacheröffnungen nahm Bilguer 1843 in seinem Buch Das Handbuch des Schachspiels vor. Später folgten noch sehr viele Eröffnungswerke. Zu den wichtigsten Autoren gehören Max Euwe, Ludek Pachman und Rolf Schwarz. Meistens wird versucht, die Grundideen einer Eröffnung herauszuarbeiten und anhand von praktischen Partien von Schachmeistern darzustellen. Gelegentlich findet man auch reine Partiesammlungen mit wenig Kommentaren.

In diesem Zusammenhang ist der gebräuchliche Begriff Theorie oder Stand der Theorie eigentlich falsch. Tatsächlich handelt es sich um das Wissen, das man aus praktisch gespielten Partien gewonnen hat.

In der Regel werden in Eröffnungsbüchern die Hauptvarianten einer Eröffnung - das sind die am meisten gespielten Varianten, meist auch die als beste Züge anerkannten Varianten - ausführlich besprochen. Nebenvarianten - das sind selten gespielte Züge, in der Regel schwächere Züge - werden aufgeführt, aber weniger ausführlich behandelt.

Heute haben die Eröffnungsbücher etwas an Bedeutung verloren. Die Eröffnungen werden in umfangreichen Schachdatenbanken dargestellt. Die wichtigste wird von der Firma ChessBase herausgegeben.

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Eröffnungsbibliotheken

Die meisten Schachprogramme verfügen über eine so genannte Eröffnungsbibliothek , in der möglichst viele der gängigen Eröffnungen in möglichst vielen ihrer Variationen abgespeichert sind, um dem Computer in der Eröffnungsphase einen Vorteil zu verschaffen. So Absichtt ein geschickter menschlicher Spieler auch darauf ab, den Computer durch ungewöhnliche Züge schnell aus seiner Eröffnungsbibliothek zu bringen, damit dieser nicht in quasi Nullzeit eine gute Antwort parat hat.

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Die Grundstellung auf dem Schachbrett

Zu Beginn eines Schachspiels, bevor der erste Zug gemacht wird, wird auf dem Schachbrett zuerst einmal die Grundstellung aufgebaut. Sofern es sich jetzt nicht um eine Fischer-Random-Chess-Partie beziehungsweise Shuffle Chess handelt, sind die Figuren auf den folgenden Positionen aufzustellen:

  • Die Türme werden in den Ecken des Schachbretts positioniert. Der weiße Damenturm nimmt die Position a1, der weiße Königsturm die Position h1 ein. Die Türme des Schwarzen Spielers werden spiegelverkehrt auf a8 und h8 in Position gebracht.
  • Die Springer werden neben den Türmen platziert. Der weiße Damenspringer auf das Feld b1, der weiße Königsspringer auf g1. Die Springer des Schwarzen Spielers werden auf b8 und g8 in Position gebracht.
  • Die Läufer werden neben den Springern platziert. Der weiße Damenläufer bezieht Stellung auf dem Feld c1, der Königsläufer auf f1. Die schwarzen Läufer werden auf c8 und f8 postiert.
  • Für die Damen gibt es einen wunderschönen alten Merksatz: "Weiße Dame, weißes Feld, Schwarze Dame, Schwarzes Feld". Auf gut deutsch: die Weiße Dame nimmt ihre Position auf d1, einem weißen Feld ein, bei der schwarzen Dame ist es d8, ein schwarzes Feld. Das D-Feld kann man sich auch leicht als Damen-Feld merken.
  • Die Könige werde auf die nun verbleibenden Felder der Grundlinie gestellt, der weiße König auf e1 und der schwarze König auf e8.
  • Zuletzt wird nun vor jeder Figur ein Bauer der gleichen Farbe aufgestellt. Die acht weißen Bauern beziehen also ihre Positionen auf den Feldern a2, b2, c2, d2, e2, f2, g2 und h2. Die schwarzen Bauern auf den Feldern a7, b7, c7, d7, e7, f7, g7 und h7.
Buch-Tipp: Core Energetik. Zentrum Deiner Lebenskraft Energiefelder verstehen Ein tiefer Einblickins Engergiesystem des Menschen, sehr umfangreich und einleuchtend beschrieben. Der Autor beweist Fachwissen auf höchster Ebene. Als Vertiefung nachdem Standardwerk "Licht Arbeit von Ann Brennan" die allerbeste Wahl. Sollte man gelesen haben.

Die Wahl des Eröffnungssystems

In Jahrhunderten der Spielpraxis sind etliche Eröffnungssysteme versucht worden. Viele davon wurden durch Analyse oder Spielpraxis widerlegt. Andere haben sich als robust erwiesen und wurden und werden Tag für Tag zigtausendfach in den Turniersälen, in dem Internet oder in privaten Begegnungen von Spielern aller Spielstärken gespielt.

Über diese Eröffnungen gibt es eine Literatur, die Hunderttausende von Seiten zählt. Einige häufig gespielte Varianten in gängigen Systemen sind bis zu dem 20., ja bis zu dem 30. Zuge durchanalysiert. Wirklich gut auskennen in diesen Komplikationen können sich ca. die Berufsspieler, die Großmeister - und auch die müssen sich heutzutage auf bestimmte Systeme spezialisieren, in denen sie wirklich sattelfest sind.

Aber auch die nicht ganz so guten Spieler, die Amateure, versuchen sich so gut es geht Eröffnungssysteme anzueignen, mit denen sie gut zurecht kommen. Am besten kommt der Spieler zurecht, der ein System wählt, das seinen spezifischen Stärken besonders gut gerecht wird:

  • Ist der Spieler eher ein Taktiker, der in komplizierten Situationen präzise rechnen kann, oder ist er ein Stratege, der langfristige Pläne schmiedet und ein ruhiges Spiel bevorzugt?
  • Liegt seine Stärke eher in der Kunst der Bauernführung, oder weiß er die besonderen Eigenarten der Figuren gut zu nutzen?
  • Ist er eher Angreifer oder Verteidiger?
  • Will er lieber risikobereit auf Gewinn spielen, oder aber das Verlustrisiko minimieren?
  • Will er den Gegner mit einer gut vorbereiteten, exakt analysierten Variante bereits in der Eröffnung überspielen, oder sucht er den Vorteil eher in dem Mittel- oder Endspiel?

Neben diesen Überlegungen spielen aber auch Moden eine Rolle in dem Schach. Einige haben auch bestimmte schachliche Vorbilder, verfolgen deren Partien und richten sich bei der Wahl der Spielsysteme nach diesen Vorbildern.

Buch-Tipp: Das Auge des Bauern macht die Kühe fett. Ein Plädoyer für Verantwortung und echtes Unternehmertum Flammendes Plädoyer für Verantwortung und Unternehmertum in klarer Sprache Die Reihe von ehemaligen Größen aus dem Wirtschaftleben, die versucht haben, Ihre Erfahrungen in Buchform zu pressen ist reichlich lang. Viel zu häufig sind es aber eher Lobschriften auf die eigene Person als lehrreiche Erfahrungsberichte. Das Buch des langjährigen McKinsey-Chefs...

Populäre Eröffnungen


Name des Systems charakteristische Züge Grundidee Bemerkenswertes
Italienische Partie 1.e2-e4 e7-e5 2.Sg1-f3 Sb8-c6 3. Lf1-c4 Kampf um das Zentrum und Königsangriff Heute etwas außer Mode gekommen, aber einer der Klassiker der Schachgeschichte. In neuerere Zeit spielte zumindest Bobby Fischer hin und wieder die italienische Partie und bereicherte sie um neue Ideen.
Spanische Partie 1.e2-e4 e7-e5 2.Sg1-f3 Sb8-c6 3. Lf1-b5 Kampf um das Zentrum mit einem Universum an Möglichkeiten für beide Seiten Der Evergreen der Schachgeschichte. Eine der ältesten Eröffnungen, und doch brandaktuell - in fast jedem Weltmeisterschaftskampf der jüngeren Schachgeschichte ein Thema.
Königsgambit 1.e2-e4 e7-e5 2. f2-f4 Direkter Königsangriff unter Inkaufnahme von Opfern; wilder Kampf mit hohem Risiko für beide Seiten Der Renner des 19. Jahrhunderts, aus der "romantischen" Periode. In jüngerer Vergangenheit griff Boris Spasski gerne darauf zurück.
Französisch 1.e2-e4 e7-e6 Schwarz sucht festen Halt in dem Zentrum, nimmt gedrückte Stellung in Kauf, sucht später den Gegenangriff Nichts für Ungeduldige, aber Michail Botwinnik und Viktor Kortschnoi erzielten gute Resultate damit.
Caro-Kann 1.e2-e4 c7-c6 Idee ähnlich wie Französisch, der Weg des Läufer soll nicht verstellt werden. Anatoli Karpows Lieblingsverteidigung. Häufig ergibt sich ein überraschend wildes, zweischneidiges Spiel aus dem so vorsichtigen Beginn ...
Sizilianische Verteidigung 1.e2-e4 c7-c5 asymmetrischer Kampf, aggressiver Gegenangriff, mit einer Unzahl von Systemen und Möglichkeiten für beide Seiten. Seit den 1960er Jahren das am häufigsten gespielte Eröffnungssystem überhaupt.
Abgelehntes Damengambit 1.d2-d4 d7-d5 2.c2-c4 e7-e6 Kampf um das Zentrum; in dem Mittelspiel häufig asymmetrischer Kampf mit Angriff und Gegenangriff an entgegengesetzten Flügeln. Ebenfalls ein Klassiker und Evergreen; schon in dem 15. Jahrhundert bekannt und in dem 19. Jahrhundert eingehender analysiert.
Angenommenes Damengambit 1.d2-d4 d7-d5 2.c2-c4 d5xc4 Schwarz gibt das Zentrum zu Gunsten von (meist ca. temporärem) Bauerngewinn und Figurenentwicklung preis. Ebenfalls ein Klassiker: 1512 zu dem ersten Mal analysiert, und eine gleichzeitig eine beliebte Wahl in Weltmeisterschaftskämpfen.
Nimzowitsch-Indische Verteidigung 1.d2-d4 Sg8-f6 2. c2-c4 e7-e6 3. Sb1-c3 Lf8-b4 Blockade des Zentrums durch Schwarz; Gegenangriff vom Damenflügel her Aaron Nimzowitschs Geschenk an die Schachwelt. Enorm tiefsinnig, vielseitig und robust.
Königsindische Verteidigung 1.d2-d4 Sg8-f6 2. c2-c4 d7-d6 nebst g7-g6 und Lf8-g7 und späterem e7-e5 Schwarzer Gegenangriff gegen das Zentrum; asymmetrischer, häufig das ganze Brett umspannender Kampf, dynamische Bauernketten Der Knüller der 1950er Jahre; ein System für aggressive, risikofreudige Strategen.
Englische Eröffnung 1.c2-c4 Ein enorm flexibles, weit verzweigtes System, mit einer Unzahl von Möglichkeiten und Übergängen in andere Systeme Unter anderem von Bobby Fischer durch seinen Weltmeisterschaftskampf populär gemacht.
Orang Utan oder Sokolski-Eröffnung 1.b2-b4 nebst Lc1-b2 Weißer Angriff auf das Zentrum und den Königsflügel, unterstützt durch den Läufer auf b2. Unterhaltsam und auf Amateur-Vereinsspielerebene häufig eine wirksame Überraschung.


Buch-Tipp: Das Evangelium der Bauern von Solentiname es ist sehr beeindruckend Es ist sehr beeindruckend, weil diese einfachen Menschen (und das meine ich mit allem Respekt und keinesfalls abwertend) Dinge und Aussagen in den Evangelien finden, für die andere lange studieren müssen. Nicht jeder Satz ist eine Bombe. Man muß viel lesen um diese wirklich wichtigen (weil lebenspraktischen) Auslegungen...

Ausführliche Systematik

Ausführliche Systematiken der Schacheröffnungen mit Verzweigungen zu den einzelnen Systemen finden sich unter:


Weiteres zu dem Artikel Eröffnung (Schach)

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